Bekanntlich gibt es ja Bücher über alles und nichts zugleich. So muss es auch nicht weiter erstaunen, dass auch Shoppingcenter im Fokus eines wissenschaftlichen Buches stehen.
Shopping Malls: Interdisziplinäre Betrachtung eines neuen Raumtyps befasst sich mit verschiedenen Aspekten von Einkaufscentern. Unter Google Books sind Auszüge daraus lesbar. Die verschiedenen Texte befassen sich vorwiegend mit sozioökonomischen Aspekten der Shopping Malls. Zitat aus der Einleitung:
“Handel ist eine der Gründungsfunktionen von Städten, und Städte waren immer auch Konsumentenstädte. (…) Stadt und Markt (unabhängig von der Organisationsform des Marktes) gehören auch heute noch eng zusammen. Ihr geradezu symbiotisches Verhältnis lockert sich jedoch. Brauchte früher die Stadt den Markt und der Markt die Stadt, so verliert diese enge Bindung an Bedeutung: Dem Markt genügt heute ein verkehrsgünstig gelegener Standort an einem Autobahnkreuz oder er ist gänzlich raumlos organisiert über den Otto-Versand oder ebay. Die Stadt braucht er nicht mehr zwingend, wenngleich sie immer noch attraktiv ist. Umgekehrt ist es anders: Die Stadt braucht den Markt nach wie vor oder zumindest wird nicht darüber nachgedacht, inwieweit städtische Qualität auch ohne eine Fixierung auf Handel denkbar wäre. Im Gegenteil, die Kommunen unternehmen Vieles (…) um den Markt in der Stadt zu halten oder ihn in neuer form in die Stadt zu holen.”
Und ein paar Abschnitte weiter unten:
“Überhaupt sind in deutschen Städten Grossprojekte bisher kaum von Erfolg gekrönt, wie das Beispiel des 2003 baulich fertig gestellten Bremer Space Parks zeigt: Der grosszügig geplante Shopping Bereich dieses Urban Entertainment Centers öffnete nie, der Entertainment Bereich nur wenige Monate.
(…) die regional und überregional orientierten Malls aber gehen weit [über die tägliche Versorgung] hinaus. Tägliche Besucherzahlen von mehreren Zehntausend sind üblich, die Besucher halten sich oft mehrere Stunden darin auf und nehmen dafür nicht selten noch Fahrzeiten von mehreren Stunden in Kauf. Solche Malls ergänzen nicht die bestehenden Einzelhandelsstrukturen, sondern machen ihnen massiv Konkurrenz – mit erheblichen Konsequenzen für den Immobilienmarkt.”
Naja, Bush ist zum Glück Geschichte – sorgen wir dafür dass es der Glaruspark ebenfalls bald wird!
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