„Als ich zum ersten Mal nach Weesen kam, fühlte ich mich glücklich über die gute Luft, die hohen Bäume am See, die besondere Atmosphäre. Eine Perle sagen manche Leute hier.“ Mit diesen Worten begrüsste Maja Schüpbach-Schmid vom Bündnis KEIN Glaruspark die 80 Frauen, Männer und Kinder im Kirchgemeindehaus Weesen. Doch diese Perle sei gefährdet, sollte das geplante Einkaufszentrum „Glaruspark“ vor den Toren Weesens gebaut werden. Zu welch schöpferischer Kraft und tiefem Verstehen des Lebens eine intakte Natur bewegen kann, zeigte sodann der Film „Rivers and Tides“ mit dem schottischen „Landart“-Künstler Andy Goldsworthy. Ohne moralischen Zeigfinger, dafür mit wunderbaren Bildern und tiefsinnigen Reflexionen führte der Film den Zuschauerinnen und Zuschauern vor, was für ein Geschenk die Natur für uns Menschen sein kann. Ein Schatz, den wir nicht verscherbeln sollten.
Im Anschluss an die Filmvorführung erläuterte Nicolas Zogg, Initiator des Bündnisses KEIN Glaruspark, die Dimensionen des Einkaufszentrums, mit dem sich die politischen Instanzen des Kantons Glarus bald zu befassen haben: Der „Glaruspark“ soll so gross werden wie das Seedammcenter in Pfäffikon und der Pizolpark in Sargans zusammen und so das drittgrösste Einkaufszentrum in der Schweiz werden. Die Verkaufsfläche des Zentrums wäre gleich gross wie die jetzt bestehende im ganzen Kanton Glarus! Um den nötigen Umsatz von einer Million Franken im Tag zu generieren, müssten 10′000 Menschen in ca. 6000 bis 8000 Autos pro Tag (!) den Glaruspark besuchen. Die dadurch entstehenden zusätzlichen 125 Millionen Autokilometer im Jahr produzierten eine immense Menge Luftschadstoffe und Treibhausgase. Zum Schluss des Abends stellte die Weesner Gemeinderätin Elisabeth Baumgartner erfreut fest, dass immer mehr Menschen dem Grossprojekt kritisch gegenüber stehen.
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