Immer wieder wird behauptet, der Glaruspark bringe fast keinen Mehrverkehr, er liege ja gleich an der Autobahn. Die Realität wird anders aussehen: über 20′000 zusätzliche Fahrten sind täglich zu erwarten.
Der Umweltver-träglichkeitsbericht (UVB) der Bauherrschaft spricht von einem Mehrverkehr von 6’850 Fahrzeugen pro Werktag und 8′350 Fahrzeugen samstags. Jedes Fahrzeug fährt hin und zurück, macht also im Schnitt (inklusiv Sonntag) 13’700 Mehrfahrten pro Tag.
Nun wird aber im UVB mit nicht nachvollziehbaren Annahmen gerechnet:
- Grundlegend ist die Anzahl Kunden pro m2. Im UVB wird eine Bandbreite angegeben, gerechnet wird aber immer nur mit der kleinsten Zahl.
- Es wird davon ausgegangen, dass ein Fahrzeug im Schnitt mit zwei Personen besetzt ist. Tatsächlich sind es aber an vergleichbaren Standorten nur 1.4 bis 1.8 Personen (gemäss Studien der Vereinigung Schweizer Verkehrsingenieure).
- Der Standort ist für den Anteil der Besucher, die den öffentlichen Verkehr (öV) benutzen, entscheidend. Dabei werden drei Typen unterschieden: Zentrale, periphere und isolierte. Der Glaruspark ist ein Paradebeispiel für einen isolierten Standort, abseits grösserer Siedlungsgebiete auf der grünen Wiese. Deshalb werden höchsten 5% der Besucher nicht mit dem Auto kommen.
All dies bedeutet, dass die Annahmen der Bauherrschaft stark beschönigt sind. Im schlimmsten Fall ist mit 38′000 Fahrten täglich zu rechnen.
Die Bauherrschaft will mit dem Glaruspark zum grössten Teil Kunden aus dem Ferneinzugsgebiet (20-45 km Entfernung) anziehen. Sie rechnet mit 5 Mio. Fahrten pro Jahr. Geht man also von einem durchschnittlichen Fahrweg von 25 km aus (was zu tief liegt), verursacht der Glaruspark jährlich 125 Mio. km Autoverkehrsleistung. Dadurch werden rund 28.8 Tonnen NOx (Stickoxide), 6.1 Tonnen PM10 (Feinstaub) und 24′500 Tonnen CO2 produziert.
Geht man aber von 28′800 Fahrten pro Tag aus, was realistischer scheint, so entstehen pro Jahr 220 Mio. km Autoverkehrsleistung. Dadurch werden rund 46 Tonnen NOx (Stickoxide), 10.8 Tonnen PM10 (Feinstaub) und 42’600 Tonnen CO2 produziert.